Impfung ein Leben lang – vom Welpen oder Kätzchen bis zum Senior

Impfung ein Leben lang – vom Welpen oder Kätzchen bis zum Senior

Impfungen gehören zu den wichtigsten Maßnahmen, um Hunde und Katzen vor gefährlichen Krankheiten zu schützen. Wie beim Menschen beginnt der Schutz bereits im jungen Alter – und sollte regelmäßig über das ganze Leben hinweg aufgefrischt werden. Doch wann sind Impfungen nötig, und warum ist es so wichtig, sie konsequent fortzuführen? Hier erfahren Sie, wie der Impfschutz Ihr Tier vom Welpen oder Kätzchen bis ins hohe Alter begleitet.
Warum Impfungen so wichtig sind
Impfungen schützen nicht nur das einzelne Tier, sondern auch die gesamte Tierpopulation. Wenn viele Tiere geimpft sind, können sich Krankheiten weniger leicht ausbreiten – man spricht von Herdenimmunität. Das ist besonders wichtig bei Infektionen, die schwer verlaufen oder sogar tödlich enden können.
Bei Hunden schützen Impfungen unter anderem vor Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Hepatitis contagiosa canis und Tollwut. Katzen werden typischerweise gegen Katzenseuche (Panleukopenie), Katzenschnupfen (Herpes- und Caliciviren) und – je nach Lebensweise – gegen Katzenleukose (FeLV) geimpft. Einige Impfungen sind in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, andere werden individuell nach Risiko und Lebensumständen empfohlen.
Die ersten Impfungen beim Welpen
Neugeborene Welpen erhalten zunächst Antikörper über die Muttermilch, die sie in den ersten Lebenswochen schützen. Diese Abwehrstoffe nehmen jedoch bald ab, sodass eine Grundimmunisierung notwendig ist.
- Erste Impfung: im Alter von etwa 8 Wochen
- Zweite Impfung: mit 12 Wochen
- Dritte Impfung: mit 16 Wochen (je nach Empfehlung der Tierärztin oder des Tierarztes)
Nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgt eine Auffrischungsimpfung im Alter von etwa einem Jahr. Danach werden die Impfintervalle individuell festgelegt – meist alle 1 bis 3 Jahre, abhängig von der jeweiligen Krankheit und dem Impfstoff.
Für Hunde, die ins Ausland reisen, ist außerdem eine Tollwutimpfung Pflicht. Sie muss im EU-Heimtierausweis eingetragen sein und rechtzeitig vor der Reise erfolgen.
Die ersten Impfungen beim Kätzchen
Auch Kätzchen benötigen frühzeitig Schutz. Die erste Impfung erfolgt meist im Alter von 8–9 Wochen, die zweite mit etwa 12 Wochen. Manche Tierärzte empfehlen eine dritte Impfung mit 16 Wochen, um die Grundimmunisierung zu vervollständigen.
Die wichtigsten Impfungen für Katzen sind:
- Katzenseuche (Panleukopenie) – eine schwere, oft tödliche Virusinfektion
- Katzenschnupfen (Herpes- und Caliciviren) – verursacht Fieber, Niesen und Augenentzündungen
- Katzenleukose (FeLV) – empfohlen vor allem für Freigänger, die Kontakt zu anderen Katzen haben
Nach der Grundimmunisierung wird die Impfung nach etwa einem Jahr aufgefrischt. Danach hängt das Intervall – meist 1 bis 3 Jahre – von der Lebensweise und dem verwendeten Impfstoff ab.
Erwachsene Tiere – Erhalt des Impfschutzes
Bei erwachsenen Hunden und Katzen geht es darum, den bestehenden Schutz aufrechtzuerhalten. Viele Halter glauben, dass die Grundimmunisierung ausreicht, doch der Impfschutz lässt mit der Zeit nach.
Die Tierärztin oder der Tierarzt beurteilt, welche Impfungen weiterhin sinnvoll sind – abhängig von Alter, Gesundheitszustand und Lebensumfeld. Eine Wohnungskatze hat beispielsweise ein geringeres Infektionsrisiko als ein Freigänger, während ein Hund, der regelmäßig in Hundeschulen oder Pensionen geht, umfassend geschützt sein sollte.
Ein jährlicher Tierarztbesuch zur Kontrolle und eventuellen Auffrischung ist empfehlenswert. Dabei kann auch der allgemeine Gesundheitszustand überprüft werden – etwa Zähne, Gewicht oder Gelenke.
Senioren – sanfter Schutz im Alter
Mit zunehmendem Alter verändert sich das Immunsystem. Manche ältere Tiere vertragen Impfungen weiterhin gut, andere benötigen eine angepasste Vorgehensweise. Die Tierärztin oder der Tierarzt kann entscheiden, ob alle Impfungen weiterhin nötig sind oder ob bestimmte ausgelassen werden können.
Auch wenn ältere Tiere seltener Kontakt zu Artgenossen haben, besteht weiterhin ein Infektionsrisiko – etwa beim Tierarztbesuch oder in der Tierpension. Daher sollte der Impfschutz nicht einfach beendet, sondern individuell angepasst werden.
Impfreaktionen – worauf Sie achten sollten
Die meisten Tiere vertragen Impfungen problemlos. Gelegentlich können leichte Reaktionen wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder eine kleine Schwellung an der Injektionsstelle auftreten. Diese Symptome verschwinden meist nach ein bis zwei Tagen. Schwere Nebenwirkungen sind selten, sollten aber ernst genommen werden. Wenn Ihr Tier nach der Impfung stark apathisch wirkt, Atemprobleme bekommt oder die Schwellung nicht abklingt, suchen Sie bitte umgehend den Tierarzt auf.
Teilen Sie Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt auch mit, wenn Ihr Tier in der Vergangenheit ungewöhnlich auf eine Impfung reagiert hat – so kann die Behandlung entsprechend angepasst werden.
Eine Investition in ein gesundes Leben
Regelmäßige Impfungen sind eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme, um Ihr Tier langfristig zu schützen. Sie verhindern nicht nur schwere Krankheiten, sondern ersparen Tier und Halter auch viel Leid und hohe Behandlungskosten. Gleichzeitig bieten die Impftermine eine gute Gelegenheit, den allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Lieblings überprüfen zu lassen.
Ob verspielter Welpe, neugieriges Kätzchen oder treuer Senior – eine konsequente Impfstrategie ist der Schlüssel zu einem langen, gesunden und glücklichen Leben an Ihrer Seite.










